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Spinnfischangeln: Fehlervermeidung beim Spinnfischen

Jahrelang wartet man auf den „Fisch seines Lebens“ und dann kommt der Augenblick der Bewährung! Aber durch einen leichtsinnigen Fehler geht er verloren!

Leider ist dies kein Einzelfall und häufig hat man den Fischverlust selbst zu verschulden. Das liegt dann eventuell an der schlechten Zusammenstellung des Gerätes bzw. der Montage.
Beim Spinnfischen gehen immer wieder gute Fische verloren. Wenn man aber die Schwachstellen im Vorfeld erkennt und bekämpft, steigen die Chancen enorm, einen Kapitalen zu landen.

Eines der Hauptprobleme sind die Schnüre. Der Trend geht immer weiter zu geflochtenen Schnüren. Der Vorteil bei geflochtenen Schnüren: sie haben kaum Dehnung und enorme Tragkräfte bei sehr geringen Durchmessern. Man lässt sich durch die Tragkraft aber häufig täuschen, denn das schwächste Glied in der Kette ist immer der Knoten. Was nützt eine 10 kg tragende Geflochtene, wenn der Knoten nur die Hälfte hält. Bei geflochtenen Schnüren kommen andere Knoten zum Einsatz wie bei Monofilen. Einer der besten Knoten ist der Grinnerknoten. Er besitzt, bei sauberer Verlegung, etwa 90% der Schnurtragkraft.

Die sicherste Verbindung, die nahezu 100 % Tragkraft hat, ist der Knotenlos-Verbinder. Man muss nur beim „Landen“ des Fisches etwas aufpassen, da man sich schnell verletzen kann, wenn man in die Schnur greift und der Knotenlos-Verbinder durch die Hand gleitet.

Geflochtene Schnüre besitzen eine sehr hohe Lebensdauer. Durch häufiges Auswerfen und Hänger werden die ersten 2 – 3 Meter der Schnur jedoch stärker beansprucht als der Rest. Daher ist es besser, vor jedem neuen Angeltag die Schnur zu kontrollieren und gegebenenfalls ein Stück abzuschneiden.

Eine weitere Schwachstelle ist das Vorfach. Je nach Fischart und Bedingungen kommen verschiedene Sorten zum Einsatz. Das Vorfach muss der jeweiligen Fischart angepasst werden. Bei den meisten Raubfischen kommen Stahlvorfächer zum Einsatz, da es keinen besseren Schutz gegen die scharfen Zähne eines Hechtes gibt. Grundsätzlich sollten die Stahlvorfächer nicht zu schwach gewählt werden.

Stahlvorfächer können verschiedene Schwachstellen aufweisen. Fertige Vorfächer sollte man vor dem Einsatz unbedingt testen, indem man einen Zugtest durchführt. Häufig werden die Tragkraftangaben unterschritten und nur getestete Vorfächer sollten zum Einsatz kommen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann seine Vorfächer selbst herstellen. Man braucht fünf Dinge: Vorfachmaterial, Klemmhülsen, Wirbel und Karabiner – und eine richtige Klemmhülsenzange. Das Vorfachmaterial wird auf Länge geschnitten (meist zwischen 50cm und 70cm) und Wirbel bzw. Karabiner werden mit Klemmhülsen befestigt. Das Klemmen mit Hülsen ist die sicherste Methode. Der Draht wird durch die Hülse geführt und nachdem der Einhänger bzw. Wirbel aufgezogen ist, wird der Draht wieder zurückgeführt. Das Ende des Drahtes wird nochmals umgeschlagen und in die Hülse zurückgeführt. Nun wird die Hülse gequetscht. So erhält man eine 100 % Sicherheit gegen ein Durchrutschen des Drahtes.

Die wahrscheinlich größte Schwachstelle beim Vorfach ist der Karabiner! Viele Fische gehen durch aufgebogene Karabiner verloren.

Ein guter Karabiner sollte einen schnellen Köderwechsel zulassen, aus einem guten, federnden Stahl bestehen und dadurch einen sicheren Verschluss besitzen. Das hört sich simpel und logisch an aber in der Realität ist das oft nicht der Fall. Bei den Einhängern gibt es gravierende Qualitätsunterschiede! Zwei der besten Einhänger sind der Duo Lock (oder Safe Lock) und der Sovic (oder Scandic)

Beim Duo Lock lassen sich beide Seiten öffnen und da wir zum Köderwechseln nur das große Öhr benötigen, muss das kleine Öhr gesichert werden. Oft passiert es, dass das kleine Öhr sich versehendlich beim Köderwechsel oder Drill öffnet. Mit einer Zange wird der Öhrbogen am Ende einfach zugedrückt und so kann sich das kleine Öhr nicht mehr öffnen.

Der Sovic ist ein sehr zuverlässiger Karabiner und hat nur eine kleine Schwäche - einige Köder lassen sich nur schlecht einhängen, da der Öhrbogen am Ende teilweise sehr eng wird. Man kann in diesem Fall den Bogen ganz leicht mit der Zange aufbiegen, so dass sich die Köder besser wechseln lassen. Aber nicht übertreiben, der Karabiner muss noch sicher schließen.

Auch durch das ständige Köderwechseln werden die Karabiner stark beansprucht. Der Draht wird ständig leicht aufgebogen und ermüdet so. Die Spannkraft geht leicht verloren und der Einhänger öffnet sich schneller. Man sollte deshalb die Einhänger des Öfteren wechseln.

Ein weiterer Schwachpunkt ist das Verheddern des Vorfachs mit der Hauptschnur während des Wurfs. Die Schnur überschlägt sich nur leicht an der oberen Klemmhülse und wenn man nicht genau hinschaut, merkt man das nicht einmal und wirft ahnungslos weiter aus – dieser Fehler führt jedoch garantiert beim Anhieb zum Fischverlust, da die Hülse meist scharfkantig ist. Abhilfe schafft ein kleines Stück Silikonschlauch über der oberen Klemmhülse - so bleibt die Schnur kaum hängen.

Kleinteile wie Drillinge, Haken und Sprengringe müssen der Fischgröße angepasst sein. Auch sollten rostige und stumpfe Drillinge regelmäßig ausgetauscht werden. Wer das Auswechseln der Drillinge nicht wirklich ernst nimmt, wird immer mit weniger Fisch rechnen müssen. Nadelscharfe, „klebrige“ Drillinge dringen viel, viel besser ein und können von den Fischen schlechter abgeschüttelt werden.

Übrigens, wer sich keine gebrochnen Fingernägel holen möchte, der sollte eine Sprengringzange benutzen. Hiermit lassen sich die Drillinge schnell und einfach wechseln.
Beim Spinnfischen werfen wir stundenlang, und damit wir auch mit Spaß und ermüdungsfrei fischen können, brauchen wir eine leichte Rute. Leicht vom Gewicht aber „hart“ in der Aktion. Je nach Ködergröße oder Fischart sollten die Ruten recht hart ausfallen, damit man einen kräftigen Anhieb durch bekommt und den Köder auch über große Entfernung mit Gefühl beschleunigen kann.

Alte schwere Ruten, die eventuell auch noch etwas „schwabbelig“ sind, sollte man gegen eine moderne leichte und kräftige Rute tauschen.

Wer einen Materialfehler erkennt aber nicht beseitigt, braucht sich bei Fischverlust nicht wundern - gerade große und kapitale Fische nutzen jede Schwachstelle zu ihren Gunsten aus.

Genau aus diesem Grund sollte man potentielle Fehlerquellen schon vor dem Angeln ausmerzen um seine Erfolgschancen um ein Vielfaches zu verbessern!

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